Helgoländer Börteboot No.3

Das Gemeindeboot No.3 war das älteste Boot, das im Anlandungsdienst der Hochseeinsel Helgoland und als Fährboot zur Düne eingesetzt war.
Mit diesem Boot verbindet die Helgoländer sehr viel. Nicht nur aufgrund seines Alters, sondern auch auch wegen der etwas abweichenden Bootsform sowie seiner späten Verwendung.
Es wurde in den Dienst gestellt, als die Insel selbst von Ausflugsgästen noch nicht betreten werden durfte. Der Seebäderverkehr wurde zur damaligen Zeit nur über die Düne abgewickelt.
Auf der Hauptinsel liefen noch die Aufräumungsarbeiten und die Munitionsbeseitigung. In dieser Zeit diente Boot „No.3“ im Anlandungsdienst von den Seebäderschiffen, aber auch als Frachtboot zwischen Hauptinsel und der vorgelagerten Düne. Alle Baustoffe, die für die Errichtung der notwendigen Infrastruktur dort benötigt wurden, sind damit transportiert worden.

Nachdem die Helgoländerinnen und Helgoländer nach über 10-jähriger Evakuierungszeit ab 1955 zur Insel zurückkehren durften und mit Beginn des regulären Schiffsverkehrs von den Häfen an der Küste nach Helgoland, war No.3 im Anlandungsdienst tätig. Es wurde mit einem angestellten Bootsführer der Kurverwaltung Helgoland besetzt und war Bestandteil der Börte. In die Jahre gekommen und zum Teil reichlich lädiert, entschloss sich die Gemeinde Helgoland 1976 das Boot runderneuern zu lassen.
Den Auftrag hierzu erhielt die damals noch existierende Bootswerft Friedrich Kröger. Dort wurde die Beplankung von der Kimm nach oben erneuert, das Motorenfundament neu verbolzt und die Antriebsanlage grundüberholt. So geliftet, war das Boot dann weiterhin im Anlandungsdienst und als Dünenfähre in Betrieb. Im Jahre 1993 war erneut ein Werftaufenthalt notwendig. Diesmal erhielt die Bootswerft Heinrich Hatecke, Freiburg/Elbe den Auftrag zur Reparatur.

Mitte der 90er Jahre, aufgrund der negativen Entwicklungen bei den Fahrgastzahlen der Seebäderschiffe und dem Einsatz der Schnellfähren, war die Reduzierung der eingesetzten Boote beim Anlandungsdienst erforderlich. Die Kurverwaltung zog ihre Boote aus dem Geschäft zurück, um nicht in Konkurrenz zu den privaten Bootsbetreibern zu treten. Boot No.3 diente dann gelegentlich als Ersatzboot der Dünenfähre.

Im Jahre 1999 erfolgte eine letzte Besichtigung durch die See-Berufsgenossenschaft. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass die Aufwendungen, um das Boot weiterhin in Fahrt zu halten, in keinem Verhältnis mehr zum wirtschaftlichen Ertrag stehen würden. Schweren Herzens wurde der Entschluss gefasst, das Boot aus dem aktiven Dienst zu entlassen. Durch den Kontakt zur Schiffergilde Bremerhaven und deren Interesse zur Übernahme eines Börtebootes wurde im Jahre 1999 die Idee geboren, Boot No.3 der Schiffergilde zur Verfügung zu stellen.
Die Gemeindevertretung von Helgoland hat dieser Überlassung zugestimmt und knüpft daran die Hoffnung, dass auch mit Hilfe dieses Börteboots die Seefahrtsgeschichte der einzigen deutschen Hochseeinsel in Erinnerung bleibt. Zugleich wird damit die alte Verbundenheit der Seestadt Bremerhaven mit der Insel Helgoland auch äußerlich zum Ausdruck gebracht und untermauert.

Technische Daten

Eigner: Schiffergilde Bremerhaven e. V.
Baujahr: 1953
Länge: 10,00 m
Breite: 3,00 m
Tiefgang: 1,00 m
Bauwerft: Schwarz Holm/Wedel (Elbe)
Schiffsart: Fischereifahrzeug
Heimathafen: Bremerhaven
Bruttoraumgehalt: 9,65 x 3,0 x 1,28 m
Motor: Mercedes OM – 4 Zylinder, 46 kw
Besatzung: 1 Bootsführer und bis zu 3 Mannschaften