Colin Archer Gingko

Die „Gingko“ hat bis heute eine erstaunliche Geschichte hinter sich.

Sie wurde 1966 in Risör/Norwegen von der Werft Risör Trebätbyggeri als kuttergetakelter, extrem stabiler Einmaster nach einem originalen Riss von Colin Archer auf Kiel gelegt.

Der Rumpf ist aus 40mm Iroko geplankt, das Deck in 30mm starkem Teak gelegt und der Mast in bester nordischer Kiefer gebaut.

Doch, wie das Leben so spielt, bekamen sich damals der englische Auftraggeber und die Werft aus unbekannten Gründen in die Haare, worauf er die zumindest innen unfertige Yacht nach England und dort in eine Scheune transportieren ließ. Die nächsten 20 Jahre verbrachte der Eigentümer, ein Schiffbauingenieur, damit, die Yacht mit großer Sachkenntnis sowie hohem handwerklichen Anspruch weiter auszubauen. Dann verstarb er leider.

Ein englischer Makler fand das Schiff Jahre später in der Scheune, umgeben mit hunderten von Kartons, worin noch zu verbauende Teile original verpackt waren.

Anscheinend ist dann auf Betreiben jenes englischen Maklers das Schiff bei der bekannten Werft „Elephant Boatyard“ fertiggestellt und in den 80ziger Jahren zu Wasser gelassen worden. Wer dann die Yacht besaß, ist nicht genau bekannt. Jedenfalls ging sie als „Constance Mary“ und später als „Coronasia“ scheinbar durch mehrere Hände, segelte in englischen und viel in französischen Gewässern der Bretagne.

2002 schien ein Eigner eine Weltumsegelung zu planen und ergänzte aufgrund der zu erwartenden besseren Bedienbarkeit den hinteren Besanmast. Doch die Pläne einer längeren Segelreise wurden nie verwirklicht obwohl das Schiff ohne Zweifel für jedes Gewässer der Welt geeignet ist.

2020 wurde sie von einem deutschen Ehepaar auf der Isle of Man gekauft und nach Cuxhaven gesegelt. Dort lag sie etwas vernachlässigt in einem Hafenbecken und wurde bis auf eine kleine Reise in die Ostsee nicht genutzt.

Das Schiff ist jetzt im Seeschiffsregister auf Namen „Gingko“ eingetragen.

Technische Daten

Bootstyp                               Langkieler

Material                                 40mm Iroko-Planken, Deck in 30mm starkem Teak, Mast nordische Kiefer

Länge über Alles                 14,30 m

Breite                                     3,80 m

Tiefgang                                2,00 m

Segelfläche                           60 qm

Baujahr                                  1966

Bauwerft                                Risör Trebätbyggeri / Norwegen

Funkrufzeichen                     DFIN

Eigner                                     Richard Möhlenkamp