"Theepot"

 

Lemster Aaken wurden Ende des 19.. und zu Beginn des 20. Jhdt. in den Niederlanden gebaut und als Fischereifahrzeuge auf der damaligen Zuiderzee – dem heutigen Yjsselmeer – sowie im Wattenmeer zum Fang von Anchovis und Heringen eingesetzt.

Boote dieses Typs waren als schnelle Segler bekannt. Ihre charakteristische Form hat sich erhalten;  sie werden auch heute noch modifiziert und computerberechnet als reine Sportfahrzeuge sehr erfolgreich gebaut und eingesetzt. Wegen des geringen Tiefgangs sind sie ideal geeignet für flache Gewässer, wie Watten und Bodden. In den niederländischen und deutschen Tidegewässern ist ein Trockenfallen jederzeit möglich, weil kein Kiel vorhanden ist. Ein weiterer Vorteil dieser Schiffe:  der Mast lässt sich ohne Fremdhilfe mit den beiden Jütbäumen und der Ankerwinsch auf dem Vorschiff in kurzer Zeit nur mit Bordmitteln legen. Binnengewässer und Kanäle mit niedrigen Brücken können somit problemlos befahren werden.

Im Jahre 1959 wurde die „THEEPOT“ mit ihrem genieteten Stahlrumpf auf der Boomsma-Werft in Sneek / Friesland als Plaisierfahrzeug  gebaut; als solches fährt sie im Masttop auch einen roten Flögel. Berufsfahrzeuge führen dagegen einen blauen Flögel.

Dem aufmerksamen Beobachter wird ferner der gekrümmte Flaggenstock mit der Nationalen nicht entgangen sein: in den Niederlanden „dürfen“ nur die Schiffe einen solchen Flaggenstock fahren, die auch eine gekrümmte Gaffel im Rigg aufweisen. Anders ausgedrückt: gerade Gaffel = gerader Flaggenstock.

Lemster Aaken gehören zu den Runden und Plattbodenschiffen. Da diese Schiffe, wie bereits erwähnt, keinen Kiel aufweisen, befindet sich auf jeder Seite des Rumpfes ein markantes Seitenschwert, das beim Segeln auf der Lee-Seite ins Wasser gefiert wird und somit der Abdrift entgegenwirkt.

Das Boot bietet seiner Besatzung unter Deck viel Lebensraum und ist mit zwei Personen bequem zu segeln. "THEEPOT" wird nach den Regeln traditioneller Seemannschaft gesegelt; auf modernen Schnickschnack der Yachtszene wird bewusst verzichtet. Zwar gibt es neben Kompass und Funkgerät nach neuestem Stand ein Hand-GPS-Gerät, daneben aber auch die papierne Seekarte und Petroleumlampen.

"THEEPOT" segelt seit 1997 unter der Flagge der Schiffergilde Bremerhaven e.V.;  sie hat Reisen in Nord- und Ostsee, in die Niederlande, nach Dänemark, Schweden und Polen unternommen und seitdem mehr als 21.600 Seemeilen, das entspricht einer Äquatorumrundung, zurückgelegt.

Am 01. Oktober 2016 wurde die Lemster Aak vom jetztigen Eigner erworden.