Historie

1977 kaufte eine kleine Gruppe Bremerhavener Holzschiff-Liebhaber einen der beiden letzten Finkenwerder Kutter, die auf der Nordsee noch unterwegs waren. Heute ist die 1903 in Hamburg gebaute HF 244 „Astarte“ das Flaggschiff der Schiffergilde.

Dass eines Tages mehr als 20 historische Frachtsegler, Yachten, Arbeits- und Fischerboote im Alten und Neuen Hafen ihren Liegeplatz finden würden, ahnte niemand, als parallel zum Kutterkauf die Schiffergilde Bremerhaven e.V. gegründet wurde. Sie ist damit einer der ältesten Vereine in Deutschland, die sich dem Erhalt historischer Schiffe widmen.

Schon bald fanden die Ziele der Gilde – traditionelle Seemannschaft zu pflegen, alte ehemalige Berufsschiffe wieder in Fahrt zu bringen und den Alltag an Bord lebendig zu erhalten, sowie Begegnungen mit anderen Menschen auch außerhalb Deutschlands zu vermitteln,-- weit über Bremerhavens Grenzen hinaus  Freunde. Entsprechend kommen Mitglieder des Vereins auch aus allen Teilen der Bundesrepublik.

Der Mastenwald ist jedoch mehr als bloße Kulisse: er ist heute Bestandteil im Gesamtkonzept der Havenwelten Bremerhaven.

Von hier aus starteten die Auswandererschiffe Mitte und Ende des 19. Jhdt. nach Amerika. Die heutige Sportbootschleuse, die gleichzeitig die Zufahrt zum Gildehaven bildet, war damals noch eine Dockschleuse, durch die die Auswandererschiffe in die Neue Welt ausliefen.

Die Gläserne Werft wurde ebenfalls an stadthistorischer Stelle eingerichtet: das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit seiner unter großem Aufwand wiederhergestellten, mit Muschelkalk verfugten roten Klinkerfassade, war ursprünglich Proviant- und Lagerhaus des Norddeutschen Lloyd.

Für die Mitglieder der Schiffergilde sind die Lage von Gildehaven und Gläserner Werft Verpflichtung und Ansporn zugleich die Erinnerung an Bremerhaven als einen Ort, der seine Existenz dem Schiffbau und der Schifffahrt verdankt, wach zu halten.

Im Gildehaven und in der Gläsernen Werft herrscht das ganze Jahr über Betriebsamkeit. Die Pflege alter Handwerkstechniken ist dabei einerseits Selbstzweck, andererseits ein interessantes Schauspiel für Sehleute. Die Traditionsflotte soll schließlich möglichst original erhalten und vor allem in Fahrt bleiben. Schließlich möchte die Schiffergilde ein Stück „Seefahrer“-Romantik und vor allem Schiffbau- und Schifffahrtskultur vor dem Untergang bewahren; deshalb  sieht sie sich auch als ein Verein, der schwimmende Kulturdenkmäler aktiv erhält. Dabei wird natürlich auch gesegelt, -- wie früher --, auf Weser,Elbe, Nord- und Ostsee.

In Bremerhaven hat die Schiffergilde seit 1978 kontinuierlich an ihren Zielsetzungen gearbeitet . Sie ist damit bereits selbst zu einem Teil erhaltenswerter maritimer Tradition geworden. Sie zählt derzeit etwa 200 Mitglieder und unterhält 2 vereinseigene Schiffe mit ehrenamtlicher Crew. Weiter verbindet  sie zur Zeit über 20  private Eigner von historischen Schiffen und klassischen Yachten in einem Schifferrat mit den Zielen des Vereins.